Kirschfestlied
 

Das Fest hat eine lange Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert finden sich in alten Ratsrechnungen Ausgaben für ein Kinderfest.
Seit dem 17. Jahrhundert bringt man das Fest mit der sagenhaften Belagerung Naumburgs durch die Hussiten im Jahre 1432 in Verbindung.

Ein Lehrer zieht mit Kindern - in weiße Büßerhemdchen gekleidet - vor die Tore der belagerten Stadt, um beim Hussiten-Feldherrn Prokop um Gnade zu bitten. Dieser habe das Gesuch erhört und den Kindern sogar Kirschen geschenkt.




Diese Sage bildet heute den traditionellen Kern des Volksfestes, dem mit einer szenischen Darstellung der Ereignisse gedacht wird. Die Darstellung ist Gipfelpunkt einer Spielszene, die immer am Samstag auf dem Naumburger Marktplatz gespielt wird.

Zeitgleich startet ein großer historischer Festumzug, der durch zahlreiche Straßen führt und dabei über den Markt zur Vogelwiese, dem zentralen Festplatz, führt. Der Festumzug stellt Aspekte des Naumburger Lebens in Historie und Gegenwart dar.


 


 

Kirschfestlied

Die Hussiten zogen vor Naumburg
über Jena her und Camburg
auf der ganzen Vogelwies´
sah man nichts als Schwert und Spiess,
an die hunderttausend.

Als sie nun vor Naumburg lagen,
kam darein ein grosses Klagen!
Hunger Quälte, Durst tat weh,
und ein einzig Lot Kaffee
kam auf sechszehn Pfenn´ge

Als die Not nun stieg zum Gipfel,
fasst die Hoffnung man beim Zipfel,
und ein Lehrer von der Schul´
sann auf Rettung und verful
endlich auf die Kinder

„Kinder“, sprach er, „ihr seid Kinder,
unschuldsvoll und keine Sünder
ich führ euch zum Prokop hin,
der wird nicht so grausam sin,
euch zu massakrieren.“

Dem Prokopen tät es scheinen,
Kirschen schenkte er den Kleinen
zog darauf sein langes Schwert,
kommandierte: „Rechtsum, kehrt!“
Hinterwärts von Naumburg.

Und zu Ehren des Mirakles
ist alljährlich ein Spektakel.
Kennt ihr nicht das Kirschenfest,
wo man´s Geld in Zelten lässt?
Freiheit und Viktoria !